Wundklassifizierung und Phasen der Wundheilung

Wundklassifizierung und Phasen der Wundheilung

Wundklassifizierung

Wunden werden in der Medizin nach verschiedenen Methoden klassifiziert. Die typischen Klassifizierungen der Wunden sind nach Ätiologie, Lage, Art der Verletzung oder Symptome, Wundtiefe und Gewebeverlust sowie das klinische Erscheinungsbild der Wunde. Von dieser Methodik der Wundklassifizierung ausgeschlossen sind Druckgeschwüre, Verbrennungen, diabetische Fußgeschwüre und allgemeine Verwundungen, für die es separate Klassifizierungen gibt.

Allgemeine Wunden lassen sich wie folgt klassifizieren:

  • Oberflächlich (nur die Epidermis ist verwundet)
  • Teilweise Dicke (beinhaltet die Epidermis und Dermis)
  • Volldicke (mit Dermis, subkutanem Fett und manchmal Knochen)

Die häufigste Methode zur Klassifizierung einer Wunde ist die Identifizierung der vorherrschenden Gewebetypen, die am Wundbett vorhanden sind. Diese Klassifizierungsmethode ist sehr visuell und somit auch für Nicht-Mediziner verständlich, unterstützt eine gute Beurteilung und Planung und hilft bei der kontinuierlichen Neubewertung der Wundklassifizierung und Wundheilung.

Die Behandlung der Wunde richtet sich nach deren Klassifizierung sowie den Fortschritten der Wundheilung. Diese sind signifikant, um weitere Erkrankungen und den Befall durch Bakterien, wie zum Beispiel Streptokokken zu vermeiden.

Phasen der Wundheilung

Die Phasen der Wundheilung werden in drei Abschnitte geteilt. Je nachdem, ob Wunden durch die primäre Absicht geschlossen werden, ein verzögerter primärer Wundverschluss erfolgt oder eine medizinische Behandlung notwendig ist, unterliegt der Wundheilungsprozess einer Dynamik. Diese wird in der Medizin in drei Phasen unterteilt. Hierbei ist zu beachten, dass die Wundheilung nicht linear ist und oftmals die Wundheilung sowohl Fortschritte als auch Rückfällen unterliegen kann. Maßgeblich hierfür sind die intrinsischen und extrinsischen Heilungsprozesse im Körper des Patienten.

Die Phasen der Wundheilung sind:

  • Entzündliche Phase
  • Proliferationsphase
  • Endphase

Die entzündliche Phase ist die natürliche Reaktion des Körpers auf Verletzungen. Nach anfänglicher Verwundung bilden die Blutgefäße im Wundbett ein Gerinnsel.

Sobald die Hämostase erreicht ist, erweitern sich die Blutgefäße, um essenzielle Zellen zuzulassen. Antikörper, weiße Blutkörperchen, Wachstumsfaktoren, Enzyme und Nährstoffe erreichen den verwundeten Bereich des Körpers. Dies führt zu einem Anstieg der Exsudatspiegel, sodass die umgebende Haut auf Anzeichen von Mazeration überwacht werden muss. In diesem Stadium sind die charakteristischen Anzeichen einer Entzündung zu sehen: Erythem, Hitze, Ödeme, Schmerzen und Funktionsstörungen. Die vorherrschenden Zellen bei der Arbeit sind in dieser Phase der Wundheilung die phagozytischen Zellen, die Neutrophilen und Makrophagen.

Während der Proliferation wird das verwundete Gewebe mit neuem Granulationsgewebe neu aufgebaut. Dieses besteht aus Kollagen und extrazellulärer Matrix, in der sich ein neues Netzwerk von Blutgefäßen entwickelt. Dieser Prozess wird in der Medizin als Angiogenese bezeichnet. Gesundes Granulationsgewebe ist abhängig von den Fibroblasten, die von den Blutgefäßen durch ausreichende Mengen an Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Gesundes Granulationsgewebe ist körnig und uneben in der Textur. Es blutet nicht leicht und ist rosa / rot in der Farbe. Die Farbe und der Zustand des Granulationsgewebes sind oft ein Indikator dafür, wie die Wunde heilt. Dunkles Granulationsgewebe kann auf eine schlechte Perfusion, Ischämie und / oder eine Infektion hindeuten. Schließlich wird die Wunde durch Epithelzellen bedeckt und verschlossen. Dieser Prozess wird in der Medizin als Epithelialisierung bezeichnet.

Die Endphase der Wundheilung tritt auf, sobald die Wunde vollständig geschlossen ist. In dieser Wundheilungsphase wird Kollagen vom Typ III zum Typ I umgewandelt. Die Zellaktivität verringert sich schließlich und die Anzahl der Blutgefäße im verwundeten Bereich nimmt kontinuierlich ab.